Dalina Ugarte

(*1995  - Venezuela)

Ich war sieben Jahre alt, als ich meinen Eltern zum ersten Mal sagte, dass ich ein Instrument spielen wollte. Ich weiß nicht, woher diese Idee kam (wahrscheinlich, weil immer jemand zu Hause war, der entweder Musik machte oder mit traditionellen Musikinstrumenten herumspielte, obwohl es niemand professionell tat). Meine Eltern brachten mich fast sofort zur Musikschule der kleinen Stadt, in der wir damals lebten, Tocuyito. Dort machte ich meine ersten Schritte als Geigerin.

Nach einiger Zeit begann ich mein Studium an der Musikschule Mozarteum in Caracas. Sie wurde einer meinen Lieblingsorte und dorthin ginge ich lieber als in die normale Schule. Acht Jahre lang fuhr ich jede Woche mit dem Bus von Valencia nach Caracas, um meinen Geigenunterricht nehmen zu können. Dort wuchs und wurde meine Leidenschaft für die Geige, meine Liebe zur Kammermusik und meine Wertschätzung für die verschiedenen Künste verstärkt.

2012 bin ich nach Österreich gezogen um Musik zu studieren, wo ich derzeit lebe und wo ich mein persönliches und künstlerisches Leben entwickelt habe. In Wien, an der MUK habe ich bei Gernot Winischhofer studiert und am Mozarteum in Salzburg bei Benjamin Schmid. Im vergangenen Herbst 2019 schloss ich mein Master of Arts Studium ab.

Während dieser Jahre in Europa habe ich in verschiedenen Musikprojekten gespielt. Nicht nur hatte ich die wunderbare Gelegenheit, mich von renommierten Geigern wie Ida Haendel, Vadim Repin, Maxim Vengerov und Zakhar Bron beraten zu lassen oder regelmäßig Gastmusiker an der Camerata Salzburg zu sein, sondern ich habe auch an verschiedenen Crossovers, Avantgarde, Weltmusik und innovativen interkulturellen Projekten teilgenommen: das Ensemble Wiener Collage, das Black Page Orchestra, Sonidos del Orinoco oder das Pool of Invention Ensemble, mit dem ich auch 2021 wieder bei der Salzburger Mozartwoche für die Produktion von „Púnkitititi“ unter der Leitung von Florian Willeitner eingeladen bin.

Im vergangenen Jahr, im Rahmen der Konzertreihe „Benjamin&Friends“ musizierte ich merhmals im Laufe des Jahres mit Veronika Hagen, den Cellisten Franz und Matthias Bartolomey und Benjamin Schmid das wünderschöne Schubert Quintett in C-Dur, Op. Post 163. Dank all dieser musikalischen Erfahrungen als Solistin und Kammermusikerin - einschließlich Wettbewerbe (Ysaÿe-Belgien, Padua-Italien) - trat ich in Ländern wie Israel, Finnland, Japan, Frankreich und USA auf und spielte auch in Hallen wie u.a. im Palau de la Música in Valencia oder im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses.

Eine der letzten musikalischen Aktivitäten, an denen ich fleißig arbeite, ist das „Tocuyito Trio“: Live Music Now-Künstler seit 2018 und vor kurzem eingeladenes Ensemble für das Jeunesse Start up Konzert im Schönberg-Saal, Wiener Konzerthaus am 14.01.2021. Tocuyito Trio ist ein neues Kammermusikensemble, das ich zusammen mit meinem guten Freund und Pianisten Joseph Ávila und meinem Bruder und Cellist Danilo Ugarte gegründet habe. Mit einer klassischen Besetzung des Klaviertrios und einer Sensibilität und Inspiration für die Volksmusik ist das Tocuyito Trio eine Hommage an die Rhythmen, Farben und die Natur Venezuelas. Das Repertoire reicht vom späten 19. Jahrhundert bis zu einigen der aktuell führenden Komponisten Venezuelas, einschließlich der Werke von Paul Desenne, Icli Zitella, Efrain Oscher, Carlos Pino Quintana. U.a